Aus der Geschichte von Nüst

(Auszug aus der Festschrift der Freiwilligen Feuerwehr
zum 50. jährigen Jubiläum 1989)

980

wird der Flußname Nüst (,,Niusta" = Wühlbach?) erstmals genannt in der Grenzbeschreibung des damals an Fulda geschenkten Wildbanns Bramfirst.

1093

erscheint ein „Smalun Nusti" in der Grenzbeschreibung der Pfarrei Margretenhaun. Es handelt sich wohl um das spätere Wenigennüst zwischen Morles und Kermes.

1253

wird Nüst zum erstenmal urkundlich genannt: die Namen Stigelicius und Gluwo von Nust stehen unter einer Urkunde des Fuldaer Fürstabts IV: von Erthal, durch die Heinrich von Haune eine Schenkung an das Kollegiatstift Hünfeld machte. Die Adligen von Nüst werden nach 1295 nicht mehr erwähnt.

1352

verkaufen die von Simbach dem Fuldaer Fürstabt Heinrich VI. von Hohenberg Einkünfte in Nüst.

1416

wird die Wüstung Rode südlich Nüst erstmals urkundlich erwähnt. Die Herren von Romrod verkaufen ihre fuldischen Lehnsgüter „zum Rode by Nuweste by Hünfeld". Vielleicht ist diese Rode identisch mit dem 1534 genannten Swyngis (Schwingerhof) östlich Rückers

1422

verkauft Frowin von Haune u.a. die Hälfte seines Anteils an „Nidder Nuwste" an das Stift Fulda. 

1500

kauft das Stift Fulda von Jörg von Haune u.a, dessen Anteil an Nieder Nüst. 1501 ist ein Bauer den Herren von Haune lehnspflichtig.

1510

wohnen in Nüst 17 Viehhalter

1560

um diese Zeit erscheinen in den Mackenzeller Amtsregistern in „Undern Nüst" 18 Bauern, davon zwei zur Propstei Blankenau gehörige. Ein Hof gehört der Familie Landau. Nüst zählt noch zum Gericht Hünfeld, rechnet aber später zum Amt Mackenzell.

1594

ist Nüst ein Filiale der Pfarrei Hünfeld und hat eine Kapelle.

1640

ist Nüst, das schwer im Dreißigjährigen Krieg zu leiden hatte, wüst und un-bewohnt.

1648

wohnten in Nüst bereits wieder zwei Familien, darunter die Familie Dietz, die heute noch in Nüst seßhaft ist.

1731

wird bei einer Visitation der hl. Vitus als Titular der Kapelle genannt.
Die Gemeinde Nüst erkauft vom Fuldaer Fürstabt Dalberg für 800 Gulden das Brau-, Schank- und Herbergsrecht. 

1732

wohnten in Nüst 18 Bauern.

1737

wird Nüst Filiale der neugegründeten Pfarrei Mackenzell.

1743

wird ein Glöckchen zu Ehren der HI. Vitus und Franz Xaver gegossen, das die beiden Weltkriege überstanden hat.

1763

wird eine neue Fachwerk-Kapelle errichtet.

1789

wohnten in Nüst 11 Bauern und 9 Hüttner, von denen 2 vierschwellige sind.

1802

gehört Nüst bei der Säkularisation des Hochstifts Fulda zum fuldischen Oberamt Mackenzell, und teilt in der Folgezeit dessen politisches Schicksal. 

1813

wird von Paulus Bemhart der Bildstock am Ortsausgang nach Hünfeld gesetzt.
Ein Bildstock um 1850 steht am Ortsausgang nach Dammersbach, ein Immaculata-Bildstock von 1867 am Ortsausgang nach Hünfeld, ein weiterer an der Straße nach Dammersbach. 

1822

standen in Nüst 23 Wohnhäuser. Es gab 181 Einwohner (davon 84 männlich, 97 weiblich).

1843

gab es 25 Wohnhäuser mit 184 Einwohnern.

1866

wird von Walter Dietz und seiner Ehefrau Anastasia, geb. Emmert, das Friedhofskreuz auf dem alten Friedhof errichtet. Ein zweites Stein-Kruzifix auf der Höhe Richtung Dammersbach wurde 1868 von Balthasar Henkel gestiftet.

1895

hat Nüst 205 Einwohner.

1902

wird die Schule gebaut. Sie wird 1964 erweitert.

1909

wird in Nüst der Hünfelder Schützenverein (seit 1919 "Schützenverein Wilhelm Tell") gegründet.

1910

wohnen in Nüst 242 Katholiken und 14 Protestanten.
In der Schule unterrichtet ein Lehrer 51 Kinder. 

1917

muss eine Glocke zu Kriegszwecken abgeliefert werden.

1918

haben die Bewohner von Nüst am Ende des Ersten Weltkrieges acht Gefallene zu beklagen. 

1922

wird Nüst an das öffentliche Stromnetz angeschlossen.

1924

ist die Einweihung der Mariengrotte.

1930

hat Nüst 219 Einwohner in 37 Häusern. Im gleichen Jahr wird mit der Flurbereinigung begonnen. (bis 1933) 

1934

wird die Freiwillige Feuerwehr Nüst gegründet.

1942

muss wieder eine Glocke abgeliefert werden.

1945

haben die Einwohner von Nüst am Ende des Zweiten Weltkrieges dreizehn Gefallene zu beklagen.

1946

kommen Heimatvertriebene, vorwiegend aus dem Sudetenland, nach Nüst.

1948

wird der Männergesangverein gegründet.

1951

wird die Haunebrücke gebaut.

1952

wird ein Feuerwehrgerätehaus errichtet.
Mit dem Bau der Wasserleitung und Kanalisation wird begonnen. 

1953

Erste Sirene aus Privatbesitz von Willi Heil (aus einer Dreschmaschine).

1956

wird die alte Kapelle abgerissen und eine neue Kirche erbaut nach den Plänen des Hünfelder Architekten Ehrlich. Sie wird am 14. 10. 1956 geweiht. In diesem Jahr hat Nüst 451 Einwohner. Ein Ortsverband der Christlichen Bürger-Vereinigung (CB\J, heute CWE) wird gegründet.

1963

wird durch die Fa. Hey, Sondheim/Rhön eine gebrauchte Orgel mit 10 Registern aufgestellt. Sie war 1955 von Bernhard Koch aus Wuppertal für Ennepetal gebaut worden. 1963 wird auch eine Mandolinen- und Gitarrengruppe gegründet.

1964

werden von der Fa. Gebr. Bachert, Karlsruhe, drei Glocken (Christkönig, Maria und Vitus) geliefert. Die neue Brücke über die Nüst wird gebaut.

1966

wird das Gefallenen-Ehrenmal beim alten Friedhof errichtet.

1967

wird eine Mädchen- und Frauen-Gymnastikgruppe gegründet.

1971

endet durch einen Grenzänderungsvertrag vom 31. 12. die kommunale Selbständigkeit von Nüst. Die Gemeinde ist ab 1.1.1972 ein Stadtteil von Hünfeld.

1973

wird die Schule geschlossen. Die Hauptschüler gehen nach Hünfeld.

1974

wird der neue Friedhof auf der Lieth, südlich des Dorfes, angelegt

1977

wird die Schule in ein Bürgerhaus umgebaut. Der Kirmes- und Karnevalsverein wird gegründet. Die Friedhofshalle wird errichtet.

1979

wird die Kirche renoviert

1982

zählt der Hünfelder Stadtteil Nüst am 1. Januar 401 Einwohner.

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