50 Jahre St. Vitus-Kirche Nüst

Festschrift von 2006

Wiederaufbau

(Copyright: Manfred J. Aha, Nüst)

Wohl auch durch die in Nüst hinzugekommenen Heimatvertriebenen stieg die Bevölkerungszahl stark an. Das Kirchlein war zu klein, viele katholische Nüster gingen, weil in der Nüster Kirche kein Platz war, nach Hünfeld in die Kirche. Wiederholt kam es 1948 zu einen Währungsschnitt: Die angesparte Summe von 52.000 Mark für einen Kirchenneubau war wertlos. Bedauerlicherweise konnten wegen der Knappheit an Baumaterial vorher von dem angesparten Geld keine Baustoffe gekauft werden. In einem Schreiben vom Regierungspräsidenten in Kassel, Abteilung Bauwesen, vom 14. August 1948 an das Bischöfliche Generalvikariat Fulda ist  zu lesen: 

„Wie mir bekannt wurde, ist in Nüst der Bau einer katholischen Kirche geplant. In diesem Zusammenhang hat der Herr Landeskonservator den Vorschlag gemacht, die ausgebrannte Kirche in Mackenzell, die als einer der schönsten Barockbauten des Fuldaer Landes unter Denkmalschutz steht, in Nüst wieder aufzubauen, falls ihre Wiederherstellung aus kirchlichen Gründen nicht mehr in Frage kommt". Man dachte darüber nach, die am 1. April 1945 durch amerikanischen Beschuss ausgebrannte Kirche in Nüst wieder aufzubauen.

In den Akten der Kirchenbücher Nüst steht unter Neubau der Kirche folgender Text:

„Verhandelt 7. August 1952
Witwe Maria Sophie Röbig geb. Brähler
Bauer Heinrich Machens
Hüttner Josef Machens
Geist. Rat Pfarrer Pius Most
Bauer Willi Krimmel Kirchenvorstand
Bauer Otto Krimmel Kirchenvorstand

Die Witwe Maria Röbig geb. Brähler schenkt der kath. Kirchengemeinde Nüst diesen Kirchplatz, um den Bau gerade an dieser Stelle zu ermöglichen. Zum Ausgleich der Ansprüche des Bauern Heinrich Machens und des Hüttners Josef Machens, stellt die Witwe Maria Sophie Röbig zwei Grundstücke zur Verfügung.

Verhandelt vor Eduard Schramm, Notar"

Die Kriegerwitwe Röbig (ihr Ehemann Ferdinand Röbig wurde seit 1945 in Posen als vermisst gemeldet) schenkte hiermit der Kirchengemeinde Nüst das Grundstück auf dem sogenannten „Melchstück" im Tausch mit den Herren Heinrich und Josef Machens, welche je ein Stück Ackerland an anderer Stelle in der Gemarkung Nüst bekamen. Der Architekt war der aus Hünfeld stammende Ludwig Ehrlich, der für seine Arbeit kein Geld bekam, sondern ein Schlachtschwein.

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