50 Jahre St. Vitus-Kirche Nüst

Festschrift von 2006

Steinerne Zeugen des Glaubens - Bildstöcke in Nüst

(Copyright: Manfred J. Aha, Nüst)

Keine Landschaft in Deutschland ist so reich an Wegkreuzen, Feldaltären und Bildstöcken wie die Rhön, so auch in unserem Ort Nüst, Sie sind Zeichen der Volksfrömmigkeit und wurden von Privatleuten gestiftet, oft nach einem Gelübde nach  wunderbarer Hilfe. 

Der älteste Bildstock aus dem Jahre 1813 in Nüst steht an der Weggabelung am Kalten Hof. Er war früher aufgestellt am Ortsausgang links in Richtung Hünfeld (der heutigen Krautgärtenstraße).

Die Inschrift lautet:
DIESEN BILDSTOCK HABEN LASSEN AUFRICHTEN DER EHRSAME PAULUS BERNHARDT UND DESSEN EHEFRAU ELISABETHA BERNADIN IN NIST ANN 1813 ERNEUERT 1992.

Am Sockel befinden sich eine Maske und Johanniterkreuze. Unter dem Aufsatz befinden sich zwei liegende übergroße Volutenrollen, darüber ein kreuztragender Jesus mit Sonne und Mond sowie die Inschrift: O KREUZ FALLENDER JESU. Auf der Rückseite sind die vierzehn Nothelfer abgebildet, darüber Christus in Wolken. Die Inschrift lautet: LOBET GOTT IN SEINEN HEILIGEN. Seitlich sind St. VALLENDINUS und St. WENDELINUS zu sehen. Die Säule ist mit Weinranken verziert.
Ebenfalls von der Familie Bernhardt stammt ein Fluraltärchen, bezeichnet 1926. Es stand früher an der höchsten Stelle des Hofberges, heute im Garten von Berthold Wiegand. Es besteht aus aufeinandergeschichteten Sandsteinquadern mit einem Ädikula mit Schräggitter, kleiner Madonnenfigur und steinernem Abschlusskreuz.
Am früheren Wallweg auf dem Grundstück von Berthold Wiegand steht ein weiterer heute überdachter Bildstock. Auf der Vorderseite ist angebracht: HEILIGER JOSEF BITTE FÜR UNS. Der Rückseite: errichtet von Valentin Bernhard und dessen Ehefrau von Nüst 1891.
Bildstock des hl. Antonius mit Jesuskind auf dem Grundstück der Familie Möller, an der Straßenkreuzung Dammersbacher Straße - Michelsteinstraße. An der Vorderseite des Sandsteinquaders ist eingearbeitet:

ERRICHTET ZU EHREN DES HL. ANTONIUS. FÜR UNSERE BESONDERE FÜRBITTEN UNTERSTELLTEN UND GLÜCKLICHEN AUS DEM WELTKRIEG 14- 18 ZUR HEIMKEHR BEIDER SÖHNE. 

Auf der Rückseite:
ERRICHTET VON AUGUST MÖLLER UND SEINER FR. CHRISTINE GEB. PFEFFERMANN.
August Möller träumte, dass sich die beiden Söhne Heinrich und Josef in Frankreich trafen. Daraufhin beschloss er, einen Bildstock zu errichten, wenn die beiden gesund heimkehren würden. Und es traf zu, dass sich Heinrich und Josef tatsächlich an diesem Tag in Frankreich begegneten.
Aufgezeichnet nach einem Gespräch mit Rita Möller, 2006. 
Gegenüber an der Straßenkreuzung vor dem Bürgergemeinschaftshaus steht hoch auf einem achtseitigen Pfosten über dem Postament eine Vollplastik der Madonna, mit Reliefs von Wendelinus und Antonius von Padua. Errichtet im Jahre 1867. Der Bildstock wurde im Zuge der Straßenerneuerung vom ehemaligen Standplatz unter der Linde auf der Kreuzung neu aufgerichtet.

Die Inschrift lautet: 

MARIA OHNE SÜNDE EMPFANGEN, BITTE FÜR UNS.
Das Friedhofkreuz am Alten Nüster Friedhof zeigt einen ans Kreuz genagelten Jesus. Am Kreuzstamm sind zwei kleine Reliefs von Maria und Johannes angebracht. An der Vorderseite des Sockels ist eingearbeitet:

WER AN MICH GLAUBT  WIRD LEBEN, WENN ER AUCH GESTORBEN IST. 

An der rechten Seite:

ERRICHTET VON WALTER DIETZ VON NÜST UND DESSEN EHEFRAU ANASTASIA GEB. EMMERT 1866


An der linken Seite:

ICH BIN DER WEG, DIE WAHRHEIT UND DAS LEBEN.
Auf dem Kalten Hof steht inmitten einer Viererguppe Lindenbäume ein weiterer ans Kreuz genagelter Jesus. Auf der Vorderseite ist zu lesen:

ER STARB AM KREUZ IN DEN GROESSTEN SCHMERZEN FÜR DIE UNDANKBARE SÜNDIGE WELT.

Auf der Rückseite:

1868 ERRICHTET DURCH DEN IN NÜST VERSTORBENEN BALTHASAR HENKEL AUS DER TAUSCHMÜHLE BEI SOISDORF.
Am Ortsausgang links in Richtung Dammersbach steht ein Altar, der auch bei Flurprozessionen Verwendung fand. Früher stand der weiss gestrichene Altar am Liethring.
Errichtet wurde er von der Familie Diez. 
Ebenfalls in Richtung Dammersbach befindet sich rechts im Garten der Familie Tillmann ein im Jahre 1850 geschaffener Bildstock. Folgende Inschrift ist am Sandsteinsockel umlaufend angebracht:

HOFFET GUTE MENSCHENKINDER SEHT DEN GOTT VERSEHNER AN WEINET BÜSET DOCH IHR SÜNDER UND VERLAST DER SÜNDE BAHN.
Aus Dankbarkeit wurde beim letzten Aussiedlerhof durch die Familie Heimrich ein niedriger Bildstock gestiftet nach der glücklichen Rückkehr der Söhne aus dem II. Weltkrieg.

-MADONNA MIT DEM KINDE-.
-mit Metallrelief- 
Ergänzender Hinweis: Der nachfolgende Link führt zur Liste der Kulturdenkmäler in Nüst auf Wikipedia.

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